Zirkus-Ferienprogramm mit kleinen Wundern in der Manege

  • 28.07.2026

Das Beste kommt zum Schluss. Nach einer aufregenden Woche im Ferienprogramm der evangelischen Gemeinden im Duisburger Süden Trinitatis, Versöhnungsgemeinde und Rheingemeinde sitzen über 60 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aufgeregt im Huckinger Gemeindezentrum und warten auf ihren großen Auftritt. Für das, was sie gleich ihren Eltern, Geschwistern und Verwandten zeigen werden, haben sie eine Woche lang geübt.

Sie haben gemeinsam verborgene Talente entdeckt, sich in Zirkusdirektorinnen, Jongleure, Spaßmacherinnen, Seiltänzer, Zauberinnen und Fakire verwandelt. Sie sind über das Drahtseil gelaufen, über das Nagelbrett und durch das Scherbenbett. Sie haben sich aufs Einrad getraut und ins Glitzerröckchen. Sie haben laut ins Mikro die nächste Nummer ansagen geübt und gelernt, wie man sich schön verbeugt. Sie haben Quatsch gemacht, sich gegenseitig mit der luftig leichten Riesenkeule verdroschen und einander schön theatralisch durch die Manege gejagt.

Ihre Betreuer und Betreuerinnen haben vorgelesen, Tricks gezeigt, Hilfestellung gegeben, Gemüse geschnibbelt, die Manege aufgebaut, Andachten gehalten, gesungen und Musik gemacht, Pflaster geklebt, Streit geschlichtet, Getränke serviert, gelobt, ermutigt und begleitet.
Die Pfarrerin der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Duisburg Süd Ulrike Kobbe, die einen Arbeitsschwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit hat, ist den vielen Leuten dankbar, die zum Gelingen der großen Aktion beigetragen haben. Yvonne Queder, die Jugendleiterin der Gemeinde Trinitatis habe sich so effektiv um die Anträge auf Förderung der Zirkuswoche gekümmert, dass man sie den Eltern am Ende zu einem wirklich sehr familienfreundlichen Preis anbieten konnte. Presbyterinnen haben organisiert. Die Zirkuspädagogen vom Mitmachzirkus Zipfel haben ihr Material und Knowhow beigesteuert. Bei weiterem Personalbedarf unter der Woche haben einzelne Leute alles stehen und liegen gelassen, um auszuhelfen. Kobbe erzählt von einer Frau, die anrief, um ganz unverbindlich zu fragen, ob man sie an einem von ihrer Firma gesponserten Ehrenamtstag gebrauchen könnte. Als sie von der Zirkuswoche hörte, war sie sofort dabei und gab einen Tag lang alles für die gute Sache. „Die Jugendlichen im Team haben mich am meisten beeindruckt!“, sagt Ulrike Kobbe. Eine ganze Ferienwoche lang jeden Morgen von acht Uhr anzutreten und sich tüchtig reinhängen, damit die Kleinen Spaß haben und gut versorgt sind, das ist keine Kleinigkeit in dem Alter, findet die Pastorin.

Aus ihrer Sicht hat alles wunderbar geklappt. Die große Altersspanne der Teilnehmenden wurde durch individuelle Einheiten ausgeglichen. Die kleinen Sechsjährigen bekamen Möglichkeiten, sich auszuruhen, wenn die Größeren durchpowern wollten. Es ist nichts passiert, was nicht mit ein bisschen Trost, einem Kühlkissen oder einem Pflaster wieder gut zu machen war. Und es hat sogar kleine Wunder gegeben. Kobbe hat tatsächlich mit eigenen Augen gesehen, wie die Kinder mittags Eintopf gegessen haben, in dem Kohlrabi und Möhren drin waren. Gemüse! Mehrere Sorten! Ohne Gemotze! Für viele Eltern sicherlich ein unfassbarer Vorgang. Im Zirkus, wo die Artisten mittags ordentlich Hunger haben und viel zu besprechen, da ist das scheinbar gar kein Problem.

Unfassbar auch, wie friedlich und einträchtig sechzig Kinder während der Vorstellung auf ihren Matten sitzen und zuschauen, bis sie mit ihrem Auftritt dran sind. Auch für dieses kleine Wunder hat Kobbe eine Erklärung: „Die haben ja alle in den letzten Tagen schwerpunktmäßig ihre eigenen Nummern geübt. Und jetzt sind sie natürlich sehr gespannt, zu sehen, was die anderen Gruppen auf die Beine gestellt haben.“ Auch beim elterlichen Publikum ist die Begeisterung groß. „Ich hätte gewettet, dass mein schüchterner Sohn sich nicht auf die Bühne traut“, sagt eine Mama ganz gerührt, „und jetzt zaubert er und balanciert vor all den Leuten hier, als wäre das ganz selbstverständlich.“

Text: Sabine Merkelt-Rahm

Das Bild ist von der Abschlussvorstellung beim Zirkus-Ferienprogramm 2026 im Duisburger Süden, Foto: Heike Bader

 

 

 

  • Rolf Schotsch
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